Dickhäuter im Vorteil
Wurden noch bis vor wenigen Jahren nur wenige Zentimeter als Dämmung auf die Außenwand aufgebracht, gelten heutzutage 14 Zentimeter als Mindeststandard. Im Neubau sind Dämmstärken von 25 bis zu 50 Zentimetern bei Passivhäusern keine Seltenheit. Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen, dass diese Dämmstärken bei weiter ansteigenden Energiepreisen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. Die Arbeitskosten für die Anbringung sind im Verhältnis deutlich höher als das Material selbst. Ein paar Zentimeter mehr an Dämmstoff fallen nur geringfügig ins Gewicht. Die Dämmung später zu verstärken ist hingegen fast nicht mehr möglich.
Keine Brücken für die Wärme
Zäsuren und Unterbrechungen in der Dämmebene werden als Wärmebrücken bezeichnet. Besonders Stellen an denen verschiedene Bauteile aufeinandertreffen, können Wärmeverluste verursachen, wenn sie nicht ordnungsgemäß verbaut sind. Geht etwa die Geschossdecke als Betonplatte bis zum Balkon durch, geht über den wärmeleitenden Beton, Wärme an die Außenumgebung ab. Die konsequente Vermeidung von Wärmebrücken hilft Energie sparen.
Niedriger U-Wert heißt gute Dämmung
Auf der Basis des Schichtaufbaus der Bauteile, der wärmetechnischen Eigenschaften der Baumaterialien (Dicke und Wärmeleitfähigkeit) und der Wärmeübergangseigenschaften von innen nach außen wird der Wärmedurchgangskoeffizient U errechnet. Ein guter Wärmeschutz wird durch niedrige U-Werte erzielt, bzw. die Bauteile weisen einen hohen Widerstand gegen Wärmeleitung auf.
U-Werte werden durch Architekten, Ingenieure, Energieberater, Berater von Herstellern von z.B. Wärmedämmsystemen und manchmal auch von Handwerksfirmen ermittelt. Beispiele für die U-Werte verschiedener Bauteile sind in folgender Tabelle dargestellt:
| Bauteil | U-Wert Altbestand [W/(m2 x a) |
U-Wert EnEV 2009 [W/(m2 x a) |
| Außenwände | 0,6 ... 1,5 | 0,28 ... 0,35 |
| Dach | 0,8 ... 4,0 | 0,20 |
| Oberste Geschossdecke |
0,9 ... 3,0 | 0,20 |
| Kellerdecke | ca. 1,0 ... 1,2 | - |
| Fenster | 2,5 ... 5,0 | 1,5 |
Quelle: "Energieausweis für Gebäude - nach Energieeinsparverordnung (EnEV 2009)", Broschüre des BMVBS, Stand 01.12.2009, S. 47.
Regionale Bau- und Dämmstoffe naheliegend
Nicht zu vernachlässigen sind neben guten Dämmeigenschaften auch der jeweilige Herstellungsaufwand und die Entsorgungsmöglichkeiten von Bau- und Dämmstoffen. Diese Amortisationszeit beträgt in der Regel nur wenige Monate. Es handelt sich um den Zeitraum, den der eingebaute Dämmstoff benötigt, um die zu seiner Herstellung eingesetzte Energie einzusparen. Nachwachsende Rohstoffe aus der Region haben einen klaren Vorteil.
Holz - universell einsetzbar
Holz eignet sich dabei als Baustoff für Wände ebenso wie zur Dämmung (als Flocken, Späne oder Weichfaserplatten). Hinzu kommt die CO2-neutrale Verwendung des Bau- und Dämmstoffs. Ziegel ist als Baustoff ebenfalls akzeptabel. Er hat kurze Transportwege, weil er meist regional produziert wird. Eine zusätzliche Dämmung oder ein mit Perliten als Dämmstoff gefüllter Ziegel ist empfehlenswert.
Weitere Informationen
Quelle: BINE-Informations-
dienst, Bonn
Artikel (szbz): Ein warmes Jäckchen fürs Haus
unterschiedlicher Art, zum
Beispiel aus nachwachsenden
Rohstoffen
stoffe in der Region
hergestellt



