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Windenergie an Land

Windenergieanlagen (WEA) stellen derzeit mit Stromerzeugungskosten von etwa 3,92 bis 8,92 Cent/Kilowattstunde1 die günstigste Form dar, um Strom aus Erneuerbaren Energien herzustellen.

Windenergie ergänzt im Verlauf eines Jahres – überwiegend im Winter – hervorragend die vor allem im Sommer erzeugte Energie aus Photovoltaikanlagen

Windenergie von sogenannten On-Shore-Anlagen (an Land installierte WEA) hat den großen Vorteil, dass die erforderlichen Anlagen nahe bei den Verbrauchern errichtet werden können. Im Gegensatz dazu muss der Strom von Offshore-Windenergieanlagen (WEA im Meer) mittels, zum Teil umstrittenen, Stromtrassen aufwändig vom Norden Deutschlands nach Süden transportiert werden.

 

Moderne Windenergieanlagen haben eine Nennleistung von mehreren Megawatt, moderne WEA (Stand September 2023) verfügen über eine Nennleistung von mindestens 7,2 Megawatt (=7.200 Kilowatt). Die jährlich erzeugte Strommenge ist vom Standort und den dortigen Windverhältnissen auf Nabenhöhe (bei aktuellen Anlagen etwa 140 bis 160 Meter über Grund) abhängig.

 

Der erzeugte Strom wird überwiegend in das Stromnetz eingespeist. In seltenen Fällen existieren Stromlieferverträge, sogenannte Power-Purchase-Agreements (PPA). In diesem Fall wird der Strom „direkt“ zu einem Verbraucher, beispielsweise einem Unternehmen, geliefert. Für den Verkauf des Stroms oder die Einspeisung in das Netz erhalten die Anlagenbetreiber eine feste Vergütung je Kilowattstunde.

 

Kommunen können von Windenergieanlagen auf der eigenen Gemarkung durch verschiedene Mechanismen profitieren:

  1. Pachteinnahmen auf kommunalen Flächen: Die Pachthöhe sollten an Hand der jeweiligen Standortgüte, wie zum Beispiel der Windhöffigkeit, der Infrastruktur, und so weiter, festgelegt werden. Je nach Standort sind Pachteinnahmen von bis zu 250.000 Euro pro Jahr möglich.
  2. Finanzielle Beteiligung: Der Anlagenbetreiber kann die Standortkommune(n) an den Einnahmen aus der der erzeugten Energie beteiligen. Gemäß § 6 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beträgt die freiwillige Beteiligung 0,2 Cent/Kilowattstunde. Je nach Standort und Windhöffigkeit kann mit einem Ertrag von bis zu 20.000 Euro pro Jahr gerechnet werden.
  3. Gewerbesteuereinnahmen: Es erfolgt eine Besteuerung aufgrund der erzielten Gewinne durch die Energieerzeugung und -vermarktung (Hinweis: In der Regel fällt ein Gewinn erst nach einigen Jahren an). Dabei entfallen 90 Prozent der Gewerbesteuer auf die Standortkommune und 10 Prozent auf die Kommune des Sitzes der Betreiberfirma.

Eine besonders hohe Akzeptanz der Windenergie vor Ort wird erfahrungsgemäß durch eine aktive Bürgerbeteiligung erreicht. Die Bürger werden dabei vor und während des Genehmigungsverfahrens über den aktuellen Stand auf dem Laufenden gehalten. Ergänzend sollten die Bürger darüber in Kenntnis gesetzt werden, ob und wie eine finanzielle Beteiligung an dem Vorhaben möglich ist. Bürgerenergiegenossenschaften erfreuen sich erfahrungsgemäß einer sehr hohen Zustimmung (oder Akzeptanz).

 

Die Beschleunigung der erforderlichen Genehmigungsverfahren gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) wurde vom Bund Anfang 2023 mit dem „Wind-an-Land-Gesetz“ auf den Weg gebracht. Gegenwärtig sind die Bundesländer am Zug das Gesetz entsprechend umzusetzen und Verfahren mit klaren Regeln zu erlassen. Bislang galten die Vorgaben von drei Monaten im vereinfachten Verfahren und sieben Monaten im „normalen“ Verfahren. In der Realität dauerten die Verfahren aber oftmals ein Vielfaches länger.

Innerhalb des immissionsrechtlichen Genehmigungsverfahrens werden Belange des Natur- und Artenschutzes sowie zu von den Anlagen verursachten Emissionen (beispielsweise Schall und Schattenschlag) und weitere Aspekte geprüft und bewertet2. Innerhalb des Verfahrens werden verschiedenste Träger öffentlicher Belange sowie (abhängig von der Verfahrensart) die Öffentlichkeit angehört.

 

Gründe für Einwendungen während der Öffentlichkeitsbeteiligung sowie spätere Klagen sind vielfältig. Umweltverbände und Bürger haben Bedenken, dass die Anlagen zu einer negativen Beeinträchtigung von Tier- und Umwelt führen. Auch Auswirkungen auf die eigene Gesundheit werden oftmals befürchtet.

 

Eine Auswahl an häufig angeführten Argumenten gegen die Nutzung von Windenergie wird folgend dargestellt und bewertet:

 

Fraunhofer ISE, STROMGESTEHUNGSKOSTEN ERNEUERBARE ENERGIEN Stand: Juni 2021. https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/DE2021_ISE_Studie_Stromgestehungskosten_Erneuerbare_Energien.pdf

Weiterführende Informationen für Genehmigungsverfahren: https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/umwelt/immission/