Wärmepumpen-Test
Ob das eigene Haus mit einer Wärmepumpe ausreichend warm wird, können Hauseigentümer selber herausfinden. Der Test in drei Schritten funktioniert - kurz gesagt - so: An sehr kalten Tagen stellt man die Vorlauftemperatur des Heizkessels auf 50 bis 55 Grad ein. Danach dreht man die Thermostate an den Heizkörpern auf 20 Grad Celsius. Bei Außentemperaturen um null Grad sollte die Vorlauftemperatur nicht über 45 Grad liegen. Werden anschließend alle Räume ausreichend warm, ist das Haus fit für eine Wärmepumpe.
Dieser Test ist grundsätzlich in Wohnhäusern jeder Größe durchführbar. Bei Mehrfamilienhäusern empfiehlt es sich, sich mit allen Bewohnern abzustimmen. Optimal ist es, den Test in einer Forsperiode von mehreren Tagen durchzuführen.
Der Test im Detail:
- Ein Blick in den Heizungskeller zeigt, wie hoch die Vorlauftemperatur derzeit ist. Sie wird auf einem Display am Heizkessel oder einer Temperaturanzeige am Vorlaufrohr angezeigt. Die Temperatur kann man am Heizungsregler auf die gewünschten 50 bis 55 Grad einstellen. Falls die beim vorhandenen Reglertyp nicht möglichst ist, wendet man sich am besten an einen Heizungsbauer.
- Nachdem man die Vorlauftemperatur heruntergeregelt hat, dreht man die Thermostate an den Heizkörpern auf die gewünschte Einstellung, beispielsweise die Stufe drei. Das entspricht der Zieltemperatur von 20 Grad. Übrigens: Wer eine Nachtabsenkung eingeschaltet hat, muss sie ausstellen, damit der Test funktioniert. Denn sonst liegt die Solltemperatur nachts unter 20 Grad.
- Ist es trotz kalter Außentemperaturen auch nach einigen Stunden noch immer ausreichend warm, eignet sich das Haus für eine Wärmepumpe. Die genaue Dauer des Tests hängt maßgeblich von der Speichermasse des Gebäudes ab. In massiven Häusern dauert er deutlich länger als in Häusern mit leichter Bauweise. Als Faustregel gilt: länger als 24 bis 72 Stunden muss man nicht warten. Ist es nach diesem Zeitraum in den eigenen vier Wänden immer noch ausreichend war, ist das Haus fit für eine Wärmepumpe.
Liegen die Raumtemperaturen nach der Wartezeit unter dem gewünschten Wert, besteht Handlungsbedarf, wenn man sich eine Wärmpepumpe zulegen möchte. Was genau im Einzelfall zu tun ist, wird im Rahmen einer Energieberatung erklärt. Mögliche Maßnahmen reichen von einer optimierten Heizungseinstellung über einen hydraulischen Abgleich in Verbindung mit dem Tausch einzelner Heizkörper bis hin zur Verbesserung der Luftdichtigkeit und energetischen Modernisierungsmaßnahmen zumindest einzelner, schlecht gedämmter Bauteile.
Zu beachten ist: Die Vorlauftemperatur sollte nicht nur für diesen Test, sondern immer so niedrig wie möglich eingestellt werden. Das vermeidet einen unnötig hohen Energieverbrauch , egal ob man eine Öl- oder Gasheizung hat eine neue Wärmepumpe oder an ein Wärmenetz angeschlossen ist.